Verkauf Mercedes-Benz Niederlassungen

IG-Metall fordert Mitarbeiter-Entschädigung in Milliardenhöhe

Verkauf Mercedes-Benz Niederlassungen: IG-Metall fordert Mitarbeiter-Entschädigung in Milliardenhöhe
Erstellt am 13. Juni 2024

Am 19. Januar 2024 machte der Vorstand der Mercedes-Benz Group bekannt, dass man sich von seinen konzerneigenen Niederlassungen (25 Niederlassungen mit 80 angeschlossenen Betrieben) trennen möchte und derzeit für das Geschäft mit Mann und Maus einen oder mehrere Käufer sucht. Rund 8.000 Mitarbeiter wären von dem Ausverkauf an einen anderen Arbeitgeber direkt betroffen. Die stehen seit Wochen auf den Barrikaden und sorgen sich um ihre Zukunft. Mercedes-Benz hat zwar versichert, dass es bei einem Übergang keine Kündigungen geben soll und dass man bereit sei, den betroffenen Mitarbeitern einen "angemessenen" Nachteilsausgleich zu zahlen. Eine konkrete Zahl nannte Mercedes-Benz aber keine. Da ist die IG Metall, welche den 8.000 Mercedes-Niederlassungsmitarbeitern beim Wunden lecken beisteht, schon weiter. Wie die Rheinische Post berichtet, habe Sandra Gutsch, Betriebsratsvorsitzende von Mercedes-Benz Rhein-Ruhr, die Forderung der Gewerkschaft IG Metall auf einer Mitarbeiterversammlung wie folgt vorgetragen: Man fordert als Nachteilsausgleich einen pauschalen Betrag von 60.000 Euro pro Person plus zusätzlich bis zu 60 Brutto-Monatsgehälter.

Wie teuer könnte diese Forderung, mit denen die IG Metall in die Verhandlungen geht, Mercedes-Benz insgesamt für alle 8.000 Mitarbeiter kommen? Wir wollen der Einfachheit halber im Überschlag rechnen und dabei annehmen, dass alle betroffenen 8.000 Mitarbeiter 60 Brutto Monatsgehälter als Nachteilsausgleich erhalten würden und im Durchschnitt 3.500 € brutto im Monat verdienen. Dann sähe die Rechnung folgendermaßen aus: (60.000 € x 8.000) + (60 x 3.500 € x 8.000) = 2.160.000.000 € (in Worten: zwei Milliarden einhundertsechzig Millionen €. Das ist eine Stange Geld.


Artikel vom 07.04.2024: Verraten und verkauft? Mercedes-Mitarbeiter sind wütend und frustriert

Mercedes-Benz will seine konzerneigenen Niederlassungen loswerden. Das Team von Vertriebsvorstand Britta Seeger macht auf der Suche nach Käufern Tempo...und das verstärkt das Wutpotential bei den 8.000 betroffenen Mitarbeitern, die nach Willen von Mercedes-Benz demnächst bei neuen Arbeitgebern beschäftigt sein sollen. Wie das Manager-Magazin gestern berichtete, kündigen Betriebsräte und IG Metall „sehr harte Auseinandersetzungen“ um die Mercedes-Häuser an.

Die Mercedes-Mitarbeiter sind frustriert.

„Der jahrelange Verzicht und den damit verbundenen Zugeständnissen ist ein Schlag ins Gesicht eines jeden Beschäftigten in den Niederlassungen und ein Ausverkauf verdienter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die diesen Konzern auszeichnen! Wir halten die Pläne des Vorstands für eine krasse Fehlentscheidung und lehnen sie im Grundsatz ab“, heißt es zum Beispiel in einer Mitteilung des Betriebsrates von Mercedes-Benz Mainz. Aber nicht nur in Mainz gehen die Mitarbeiter auf die Barrikaden: "Die Situation ist für die Kolleginnen und Kollegen extrem belastend und geht an die Nieren,“ sagt Jutta Knapp, Betriebsratsvorsitzende der Niederlassung Mannheim-Heidelberg Landau. "Was bisher an Stolz, Leidenschaft und Zufriedenheit, für Mercedes zu arbeiten, bei den Leuten vorhanden war, hat sich angesichts der Vorstandspläne in Enttäuschung, Frust und Wut umgewandelt", ergänzt Knapp. "Nach Jahren des Verzichts und der Zugeständnisse bei gleichzeitig steigender Arbeitsbelastung sind die Kolleginnen und Kollegen nicht mehr bereit, sich vom Konzern wie Beschäftigte zweiter Klasse behandeln und nun auch noch schließlich verkaufen zu lassen."

Bundesweit brodelt es in den konzerneigenen Mercedes-Niederlassungen, die zum Verkauf stehen, gewaltig, denn für die Mitarbeiter steht viel auf dem Spiel: Bezahlung. Arbeitsplatzgarantien, Altersversorgung, betriebliche Mitbestimmung, Kündigungsschutz - sind nur einige Themen, die den betroffenen Mitarbeitern unter den Nägeln brennen. Den Verkauf zu verhindern, vermag der Protest der Mitarbeiter vielleicht nicht, aber in Stuttgart wird man wohl viel Geld in die Hand nehmen müssen, um den Interessen der Belegschaften entgegenzukommen. „Wir werden dieses milliardenschwere Unternehmen nicht aus seiner Verantwortung entlassen“, sagt Javier Pato Otero, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Mainz-Wiesbaden. „Klares Ziel wird sein, die Arbeitsbedingungen bestmöglich, umfassend, langfristig und nachhaltig abzusichern. Das klare Signal an den Vorstand lautet: über Jahre erreichte Rechte und Absicherungen werden wir uns nicht so einfach nehmen lassen.“

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